Quick links: Springe zum Inhaltsbereich der Seite, Springe zur Seitennavigation, Springe zur Suche.

Wartungsarbeiten

Gallebären

Vor 3000 Jahren begann man, Kragenbären zu jagen und zu töten, um aus Bärengalle Arznei herzustellen. Das geschieht, weil einige Anhänger der Traditionellen Chinesischen Medizin in Bärengallenprodukten ein Allheilmittel sehen.


-- Werbung --


Gegen die TCM ist an sich nichts einzuwenden, wenn sie so genutzt wird, wie es die philosophischen Richtungen des Taoismus und Konfuzianismus definieren, nämlich den Zustand von Glück als die absolute Harmonie zwischen Mensch und Natur. Dieses Gleichgewicht erreicht man durch eine entsprechende Lebensweise. Kann man von Harmonie sprechen, wenn Kragenbären – auch Mondbären genannt- zur Gewinnung von Gallesaft unter unsäglichen Schmerzen ausgenutzt werden?
Seit den 70-er Jahren des 20. Jahrhunderts gibt es Bärenfarmen, in den Bären in körperkleine Käfige, ähnlich wie Särge, gepfercht sind. Ca. 7000 Gallebären werden heute noch in über 200 Farmen allein in China gehalten. Per Katheder, der implantiert ist, wird den Bären täglich Gallensaft abgezapft, der gegen viele Leiden, von Karies bis Leberzirrhose, verschrieben wird. Der Wirkstoff ist Ursodeoxycolische Säure, die übrigens auch synthetisch hergestellt werden kann. Das fanden Wissenschaftler bereits 1955 heraus.
Durch Mangel an Bewegung und fehlendem Gallensaft leiden die Tiere an Schmerzen und Verdauungsstörungen, haben deformierte Skelette, Muskelschwund und bewegen sich, soweit das möglich ist, stereotyp.
Es ist nicht ungewöhnlich, dass diesen Tieren auch die Tatzen abgeschlagen werden, die den Gewinn noch erhöhen, denn Tatzen gelten als Delikatesse.
Außer im asiatischen Raum sind vergleichbare Haltungen nicht bekannt. Da immer noch ein recht hoher Bedarf an Bärengalle besteht und der Markt durch Bärenfarmen nicht gesättigt wird, haben Wilderer hier eine Marktlücke entdeckt. Auch in Amerika und Russland werden Bären geschossen, um die Gallenblasen gewinnbringend zu verkaufen.

Melody

Bärenweibchen Melody in ihrem "Folterkäfig". Auf sogenannten Bärenfarmen vegetieren immer noch knapp 7.000 Mondbären unter grausamsten Bedingungen. Ein Metallkatheter ragt in ihre Gallenblasen. So wird ihnen bis zu zweimal täglich Galle für traditionelle Arzneien abgezapft. Die Animals Asia Foundation (www.animalsasia.org) rettet 2002 erstmals 500 dieser dauergequälten Bären. (Spendenkonto 800 4996, BLZ 500 700 24, Deutsche Bank 24, Frankfurt). Die Verwendung dieses Bildes ist für redaktionelle Zwecke honorarfrei. 

 

Quellenangabe: "obs/Haufe Mediengruppe"

Publiziert am: Sonntag, 28. Januar 2007 (13829 mal gelesen)
Copyright © by baeren.pewro.de

Druckbare Version  Diesen Artikel an einen Freund senden

[ Zurück ]